71. Hochwasser im Jahre 1978 Die Rotach ist ein Bächlein, das südlich des Pfrunger Rieds seinen Beginn hat und durch das Deggenhausertal, durch Urnau und Oberteuringen und an Ailingen vorbei fließt, bis sie schließlich in Friedrichshafen in den Bodensee mündet. Jeder freut sich an dem munteren Bächlein, das in sanften Windungen durch liebliche Wiesenauen fließt.
Hat aber ein Gewitter oder haben schwere Regenfälle im Bereich des Höchsten (837 m), des Gehrenbergs (754 m) oder in unserem Bereich sich abregnen lassen, dann wird aus dem zartfließenden Bächlein ein reißendes Gewässer, das ohne Rücksicht auf Bauten und Felder seine Wassermassen zu Tal schießen läßt und dabei Gärten, Felder, Wiesen und Dörfer unter Wasser setzt.
So meldet das Protokollbuch am 21. März 1978:Ergiebige Regenfälle, die bereits zwei Tage anhielten, ließen Bäche und Flüsse rasch ansteigen. Daher mußten die Teuringer- und Bunkhofener Straße wegen Überflutung durch die Rotach gesperrt werden. In der Bunkhofener Straße lief das Hochwasser in die Kellerräume der anliegenden Häuser, sodaß die Feuerwehr Ailingen zum Auspumpen eingesetzt werden mußte. Es waren 15 Mann zwei Stunden im Einsatz. Und am 24. Mai 1978, nur wenige Wochen später:
Anhaltende, zum Teil wolkenbruchartige Niederschläge, die von Montag bis Mittwochnachmittag anhielten, verursachten das größte Hochwasser der letzten Jahrzehnte. Pro Quadratmeter fielen in dieser Zeit 81 Liter Regen.Kurz nach Mitternacht wurde die L328 zwischen Ittenhausen und Meistershofen von der Rotach überflutet. Noch schlimmer sah es in Bunkhofen aus, wo das Hochwasser die Rotachbrücke überspülte und teilweise über einen Meter hoch bis zur Teuringer Straße und auf der anderen Seite mehrere hundert Meter weit die Bunkhofener Straße bedeckte. Ein Teil der Ortschaft war vom Wasser regelrecht eingeschlossen und nur mit Traktor oder Feuerwehrfahrzeugen zu erreichen.
Die Feuerwehr Ailingen wurde etwa gegen fünf Uhr alarmiert. Zunächst versuchte man mit Sandsäcken das weitere Eindringen des Wassers in die Keller zu verhindern, weiter wurde versucht direkt am Ufer eine Sandsackmauer zu errichten, um die anliegenden Häuser vor weiterer Überflutung zu schützen. Eine Gruppe der Wehr hatte alle Hände voll zu tun, um die in der Gemeinde vorhandenen Sandsäcke beim Baugeschäft Pfaff aufzufüllen. Die Mitglieder der Feuerwehr, die seit dem frühen Morgen bis zum Nachmittag fast pausenlos im Einsatz waren, mußten auch zahlreiche Keller, die mehrfach bis an die Decke mit Wasser gefüllt waren, auspumpen. Bei dieser Überflutungskatastrophe waren insgesamt 31 Mann der Freiwilligen Feuerwehr Ailingen je elf Stunden im Einsatz. |